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Künstlerischer Aufenthalt in Japan

1. Nov. 2025

Mit meiner zweimonatigen Reise nach Japan im Herbst 2025 habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt. Die Route führte mich durch Osaka, Tokio und Kyoto sowie durch ländlichere Regionen, bevor der Aufenthalt in einer Residency SAIKONEON am Saikosee in Yamanashi seinen Abschluss fand – am Fuß des Fuji.

Im Zentrum meiner Reise stand die Auseinandersetzung mit den Dogū-Figuren der Jōmon-Kultur. Diese weiblichen Keramikfiguren entstanden zwischen etwa 14.000 und 500 v. Chr. und wurden vermutlich im Zusammenhang mit Fruchtbarkeitsritualen genutzt – oft mit der bewussten Geste des rituellen Zerbrechens. Die intensive Beschäftigung mit diesen Objekten, ihre Formensprache und ihre Bedeutung eröffneten mir neue Perspektiven. Besonders wertvoll war für mich dabei der Austausch mit den Kuratoren des  Shakado Museum of Jomon Culture und dem Yamanashi Prefecture Archaeological Museum, die ihr Wissen großzügig teilten und mir halfen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen japanischen und europäischen kulturellen Prägungen besser zu verstehen und einzuordnen. 

Ich bin sehr dankbar, diese Reise gemeinsam mit meiner Familie erlebt zu haben. Mit meiner Tochter zusammen in Museen zu zeichnen, Skizzenbücher zu füllen, Aquarellfarben zu teilen oder gemeinsam zu collagieren, hat dem Aufenthalt eine besondere Tiefe gegeben und den künstlerischen Prozess auf eine sehr unmittelbare, alltägliche Weise begleitet.

Die Vielzahl an Eindrücken aus Landschaft, Architektur, Alltagskultur und Begegnungen mit Künstler:innen vor Ort wirkt nach. Viele der Erfahrungen fließen bereits in meine Arbeit ein – andere werden sich vielleicht erst mit zeitlichem Abstand zeigen. Sicher ist: Diese Reise hat meine Verbindung zu Japan vertieft und den Wunsch gestärkt, zurückzukehren.

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